Selbständig im Nebenerwerb ?

Sie möchten sich im Nebenerwerb selbständig machen?

Grundsätzlich ist es für jedermann möglich, sich im Nebenerwerb selbständig zu machen und etwas Geld hinzu zu verdienen. In jedem Fall sollte man aber zuvor seinen Arbeitgeber um Erlaubnis bitten. In den meisten Arbeitsverträgen gibt es dazu Vereinbarungen. Der Arbeitgeber kann zwar nur im Einzelfall die Nebentätigkeit verbieten, u.a. dann, wenn die Treuepflichten aus dem Hauptarbeitsverhältnis beeinträchtigt sind. Z.B. wenn der Arbeitgeber befürchten muss, dass die Erholungszeiten nicht ausreichen, damit der Arbeitnehmer seine volle Leistungsfähigkeit erbringen kann. Zumindest könnte ein Abmahnung drohen, wenn der Arbeitgeber eine Leistungseinschränkung in Verbinndung mit einer Nebentätigkeit feststellt. Praxistipp: Selbst wenn der Arbeitgeber kein Recht hat, Ihnen die Selbständigkeit im Nebenerwerb zu verweigern, stimmen Sie die Tätigkeit mit dem Arbeitgeber im Vorfeld ab, weil sonst das Betriebsklima gefährdet sein kann und man sich unnötige rechtliche Problematiken im Hauptarbeitsverhältnis aussetzt, die durch rechtzeitige entsprechende Kommunikation vermeidbar gewesen wären.

Dem Chef Konkurrenz machen

Vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit sollte man erfragen, ob und unter welchen Voraussetzungen der Chef etwas gegen diese Tätigkeit haben könnte. Macht man dem eigenen Chef Konkurrenz und vielleicht noch mit Kundendaten aus dem Unternehmen, dann ist die fristlose Kündigung das geringste Übel, was man zu erwarten hat.

Die Anmeldung vornehmen

Hat der Chef sein schriftliches Einverständnis gegeben, dann ist für die Anmeldung zu unterscheiden, ob man eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ausüben möchte. Übt man eine freiberufliche Tätigkeit aus, ist lediglich regelmäßig eine steuerliche Anmeldung beim Finanzamt vorzunehmen. Übt man hingegen eine gewerbliche Tätigkeit aus, ist neben der steuerlichen Anmeldung eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Hat man sich für eine handwerkliche Tätigkeit entschieden, ist neben den vorigen Anmeldungen auch noch eine Eintragung in die Handwerksrolle bzw. bei der Handwerkskammer vorzunehmen. Auch im Nebenberuf gelten die üblichen Regeln für die Erlaubnispflichten zum Ausüben der einzelnen Berufe. Möchte man sich beispielsweise neben der Friseurausübung mit einem Gewerbe in diesem Bereich nebenberuflich selbständig machen, ist das nur möglich, wenn ein Meisterbrief vorliegt, da der Friseurberuf dem Meisterzwang unterliegt und eine Selbständigkeit ausschließlich den Friseurmeistern und -meisterinnen vorbestimmt ist. Es gibt auch Möglichkeiten sich ohne Vorliegen eines Meistertitels in diesem Bereich selbständig zu machen, dahingehend muss jedoch eine genaue Beratung in einem persönlichen Termin erfolgen. Praxistipp: Kreuzen Sie auf der Gewerbeanmeldung bitte "im Nebenerwerb" an.

Sozialversicherung

Es ist anzuraten auch die Krankenversicherung über die Selbständigkeit im Nebenerwerb zu informieren und ein konkretes Beratungsgespräch zu suchen. Je nach Umfang und/oder Gewinn der selbständigen Tätigkeit können Versicherungsbeiträge fällig werden. Es ist besser dieses im Vorfeld zu tun, als evtl. für mehrere Jahre rückwirkend bezahlen zu müssen.

Buchführungspflicht

Ist man im Nebenerwerb selbständig, muss man mindestens eine sogenannte Einnahmenüberschussrechnung anfertigen, dies kann im Einzelfall sogar in einer sehr einfachen Form erfolgen. Je nach Vorkenntnissen und Umfang kann man dieses selber tun. Es empfiehlt sich jedoch, auf jeden Fall einen Steuerberater zu kontaktieren und näheres mit diesem abzustimmen. Eine Einkommenssteuererklärung ist bei einer Selbständigkeit im Nebenerwerb immer jährlich anzufertigen. 

Kleinunternehmer:

Zeitweise erlebe ich es, dass ein Vorurteil zur Kleinunternehmerregel umgeht. Dieses Vorurteil besagt, dass man bis zu einer Grenze von 17.500 EUR keine Steuern bezahlen muss. Das ist natürlich nicht richtig. Die Kleinunternehmerregel findet in § 19 UStG ihren Ausdruck und bezieht sich lediglich auf die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Durch die Anwendung dieser Kleinunternehmerregel ist es möglich, die Mehrwertsteuer nicht abführen bzw. einnehmen zu müssen. Die Rechnung des Steuerpflichtigen im Nebenerwerb ist mit dem Verweis auf die Anwendung gem. § 19 Abs. 1 UStG (Kleinunternehmerregel) zu versehen. Durch die Anwendung der Kleinunternehmerregel kann man sich im Einzelfall viel Bürokratie ersparen. Auf die Einkommensteuer hat diese Regel allerdings keinen Einfluss. Ob im Nebenerwerb die Kleinunternehmerregel sinnvoll ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: Z.B. richtet sich mein Angebot an gewerbliche oder private Kunden? Auch hier macht sich i.d.R. ein Erstberatungsgespräch bei einem Steuerberater oder qualifizierten Unternehmensberater bezahlt.

Selbständig im Nebenerwerb

Mit dem Tag des Beginns, der auf der Gewerbeanmeldung vermerkt ist, ist man bereits im Nebenerwerb selbständig. Nun kann man sich probieren und versuchen, sein Geld zu mehren. Tatsächlich geht eine große Zahl der Nebenerwerbe im späteren Verlauf zu einer hauptberuflichen Existenzgründung über. 

Kreditaufnahme im Nebenerwerb

Eine erfolgreiche Kreditaufnahme für die Gründung im Nebenerwerb ist von den Banken nicht gerne gesehen. Die Banken gehen zu Recht davon aus, dass man eine Arbeitnehmertätigkeit und ein Vorhaben im Nebenerwerb, das eine gewisse Dimension übersteigt, nicht hinreichend stemmen kann. Möchte man grundsätzlich eine hauptberufliche Existenz aus dem Nebenerwerb heraus aufbauen, hin zu einer fließenden Existenzgründung aus dem Angestelltenverhältnis, wird das Vorhaben wieder ganz anders von den Banken bewertet und es stehen viele Förderprogramme offen.

Erfolgreiche Existenzgründung

Nebenberufliche Selbständigkeiten werden in aller Regel nicht gefördert. Möchte man den Schritt in Richtung hauptberufliche Selbständigkeit gehen, ist es sinnvoll vorher ein kostenloses Erstberatungsgespräch in unserem Hause zu nutzen.

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